Roberto Balbino
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DIE BILDUNGSKLUFT HINTER DER POLITISCHEN RECHTEN UND EXTREMEN RECHTEN

Deutschland, USA und Italien: Bildung, funktionale Kompetenzen, wirtschaftliche Unsicherheit und die politische Nachfrage nach einfachen Antworten

Es gibt eine Frage, der sich westliche Demokratien zunehmend stellen müssen:

Warum gelingt es der politischen Rechten — und insbesondere der radikalen und extremen Rechten — überproportional häufig, Wähler mit niedrigerem formalen Bildungsniveau zu mobilisieren?

Der Vergleich zwischen Deutschland, den Vereinigten Staaten und Italien ist besonders aufschlussreich.

Die AfD in Deutschland, Donald Trump in den USA und die italienische Rechte unter Führung von Fratelli d’Italia gehören unterschiedlichen politischen Traditionen an. Sie können nicht einfach gleichgesetzt werden.

Dennoch gibt es eine gemeinsame Entwicklung:

Bildung ist zu einer der wichtigsten politischen Trennlinien geworden.

Das bedeutet nicht, dass rechte Wähler dumm sind.

Es bedeutet nicht, dass ein Universitätsabschluss automatisch Intelligenz garantiert.

Und politische Entscheidungen lassen sich nicht auf den IQ reduzieren.

Die ernstere Frage lautet:

Können ein niedrigeres Bildungsniveau und schwächere funktionale Kompetenzen unter bestimmten Bedingungen die Anfälligkeit für politische Narrative erhöhen, die komplexe wirtschaftliche, gesellschaftliche und geopolitische Probleme auf einfache Erklärungen und klar definierte Feindbilder reduzieren?

Genau diese Frage ist für die Demokratie entscheidend.

DEUTSCHLAND: DIE AFD UND DIE BILDUNGSKLUFT

Deutschland bietet eines der deutlichsten Beispiele.

Die AfD hat sich von einer euroskeptischen Protestpartei zu einer starken Kraft der radikalen Rechten entwickelt. Ihre Unterstützung ist besonders unter Wählern mit niedrigerem Bildungsniveau ausgeprägt.

Untersuchungen zur deutschen Wählerschaft haben Bildung wiederholt als wichtige politische Trennlinie identifiziert.

Dabei geht es nicht nur darum, dass einige AfD-Wähler weniger formale Bildung besitzen.

Entscheidend ist vielmehr, dass die Wahrscheinlichkeit einer AfD-Wahl zwischen verschiedenen Bildungsgruppen deutlich variiert.

Untersuchungen zur Entwicklung der AfD-Wählerschaft zeigen, dass Menschen mit niedriger oder mittlerer Bildung zunehmend wahrscheinlicher AfD wählen als hochgebildete Menschen.

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